Edelmetallhandel Christian Brünisholz

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Silber allgemeines

Ursprünglich bedeutet der lateinische Name „argentum“  weißes (helles, glänzendes) Metall, und ergab das chemische Symbol des Silbers (Ag).

Silber ist am Aufbau der Erdkruste mit nur 0,00001 Gew. % beteiligt – das entspricht einer Konzentration von 0,1 g/t. In der Häufigkeitstabelle der Elemente steht es damit erst an 69. Stelle. Ein wirtschaftlicher Abbau der Silbervorkommen ist nur dort möglich, wo die Silberkonzentration im Gestein mindestens 0,1% beträgt.

Auch Silber kommt in der Natur, wie alle Edelmetalle GEDIEGEN vor.
Gediegenes Silber ist immer mit anderen Metallen legiert, am meisten mit Kupfer, Gold und Quecksilber, jedoch auch mit Antimon und Wismut.

Reines Silber hat folgende Eigenschaften:
- Cheminsches Symbol Ag (lat. argentum = Silber)
- Element aus der ersten Nebengruppe des Periodensystems
- Ordnungszahl 47
- relative Atommasse 107,868
- Hauptwertigkeit I
- Dichte 10,50
- Schmelzpunkt 960, 85`C
- Siedepunkt 1980`C
- Brinellhärte 26
- Zugfestigkeit 137N/mm2
- Bruchdehnung 60%
- Normalpotential + 0,799 V für Ag/Agl+.

Silber ist ein weißes Metall, das alle anderen Metalle in Helligkeit der Farbe, Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität, Polierfähigkeit und Reflexionsvermögen übertrifft.  Da es langwelliges Licht (rot, orange, gelb) noch vollständiger reflektiert als kurzwelliges, ist es von „warmem“ Farbton, etwa im Gegensatz zum „kühleren“ Chrom.  Silber erreicht fast die Dehnbarkeit des Goldes. Es lässt sich zu Folien von nur 0,0002 mm Stärke schlagen. Dieses „Blattsilber“ ist durchscheinend und von bläulichgrüner Farbe. Aus 1 g Silber lässt sich ein Draht von 2 km Länge ziehen. Diese große Dehnbarkeit, die nur vom Gold übertroffen wird, lässt sich mit der geringeren Härte des Silbers, die zwischen der des Kupfers und Goldes liegt und einer Mohshärte von etwa 3 entspricht, erklären.

Silber reagiert mit Sauerstoff in festem Zustand durch Bildung einer unsichtbaren Schicht von SILBEROXID A920, die nur die Stärke von einem Molekül erreicht und als Schutzschicht wirkt. Auf diese Weise lässt sich  erklären, dass auch Geräte, Bestecke und Münzen aus Silber eine OLIGODYNAMISCHE (d.h. sterilisierende) WIRKUNG haben.

Heute finden vorwiegend vier Silberlegierungen Verwendung, zur Herstellung von Schmuck, Gerät (Korpuswaren) und Bestecken, die alle zum Legierungssystem Ag-Cu gehören.

Wegen seines geringen Kupferanteils (3Gew.%) entspricht 970/000-Silber noch ganz der Farbe des Feinsilbers, das es andererseits an Härte (HV 65-80) und Zugfestigkeit (235 N/MM2) erheblich übertrifft. Wegen seines hohen Soliduspunktes (Schmelzintervall 900-940´C) und der stark rückläufigen Bedeutung der Ag-950-Legierung, stellt das 970/000-Silber heute die einzige handelsübliche Legierung dar, die nicht nur für Niello-, sondern auch für Emaillierarbeiten geeignet ist und daher auch den Name EMAILSILBER trägt.

925/000 – Silber (im Englischen auch: STANDARDSILVER) ist als wichtigster Silberwerkstoff für die Korpuswarenherstellung international unter dem Namen STERLINGSILBER bekannt. Während diese Legierung früher bei der Schmuckfertigung eine geringere Rolle spielte, setzt sie sich heute auch in diesem Bereich aus Exportgründen und wegen ihrer auf die geringe Härte (HV 70-85) zurückzuführenden Verarbeitbarkeit immer mehr durch. Die Farbe von Sterlingsilber weicht geringfügig von der des Feinsilbers ab, deshalb wird Ware aus dieser Legierung meist feinversilbert. Ein „Abbeizen“ genügt oft, bei Schmuckwaren und kleineren Teilen aus Sterlingsilber, da die Beize oberflächennahe Kupferbestandteile der Legierung löst und somit zur Bildung einer hauchdünnen Feinsilberschicht führt.

835/000-Silber hat einen leicht gelblichen Farbton, aufgrund seines relativ hohen Kupferanteils (16,5 Gew.-%).

800/000-Silber übertrifft die Silberlegierungen mit höherem Feingehalt nicht nur an Preiswürdigkeit, sondern auch an Härte (HV75-95), Zugfestigkeit (294-392 N/MM2) und gusstechnischen Eigenschaften. Die Anlaufbeständigkeit und Kaltverformbarkeit ist dagegen geringer als bei den Silberlegierungen mit höherem Feingehalt. Der Kupferanteil ist verhältnismäßig hoch (20 Gew.-%).

719/000-Silber ist von allen Silber-Kupfer Legierungen die härteste (HV 97).

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